Als "Expressionismus" bezeichnet man eine geistige Bewegung zu Beginn des 20.
Jahrhunderts, die alle Künste umfasste:
Musik, Malerei, Architektur und Dichtung. In einer orientierungslosen Zeit bemühten sich
Künstler um ein neues Menschenbild. Die Wegbereiter des Expressionismus kamen aus
Frankreich. Es waren Vincent van Gogh und Paul Gauguin. Diese Strömung erfasste auch die
deutschsprachigen Künstler.
In Dresden entstand 1905 die Gruppe " Die Brücke" mit Ludwig Kirchner, Ernst Heckel und Schmitt-Rotluff. In München wurde 1909 die Gruppe "Der Blaue Reiter" mit Vassilji Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc und Alexej Jawlensky gegründet.
Alban Berg, Schönberg und Webern komponierten - entgegen Althergebrachtem - die "Zwölftonmusik".
Gottfried Benn, Georg Trakl, Döblin und Goll sind wichtige Vertreter der expressionistischen Dichtkunst. Auch in den Bereichen Bildhauerei und Architektur setzte sich bei einigen Künstlern der expressionistische Stil durch.
Sie wollten die Durchdringung von äußeren Einflüssen und inneren Erlebnissen und die Entwicklung von Formen, die sich von der Natur lösen, um nur das Notwendigste zum Ausdruck zu bringen.
Viele Werke wurden von den Menschen aufgrund des abweichenden Stils angegriffen und bekämpft. Bilder in Ausstellungen wurden bespuckt. Bei der Aufführung von Musikstücken wurde während des Konzerts gestört und gepfiffen. Plastiken wurden zerstört oder entfernt, Gedichte wurden nicht gedruckt bzw. nicht veröffentlicht.
Die Künstler des Expressionismus lebten häufig in absoluter Armut, da sie nicht bereit waren, Abstriche in ihren Werken vorzunehmen oder Ideen anzunehmen, die dem damaligen Geschmack entsprachen. Sie waren die Avantgardisten einer großen Entwicklung.
Erst nach dem Tode erkannte man die Einmaligkeit vieler Ideen, Skizzen, Entwürfe und Werke. Heute erzielen diese bei Auktionen Höchstpreise.