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Mit der 2c im Schullandheim... Begonnen hatte es bereits
beim Abschlusspicknick der Klasse 1c letzten Sommer, als die Klassenlehrerin,
Sonja Huber, uns Eltern fragte, ob wir mit einem Schullandheimausflug
der Kinder in der zweiten Klasse einverstanden wären. Wenngleich eine
Klassenfahrt mit Übernachtung für eine zweite Klasse noch etwas Ungewöhnliches
ist, bekam Frau Huber von den Eltern breite Zustimmung. Die Kinder
durften zu diesem Zeitpunkt noch nichts erfahren, da es vorher noch
eine Menge Organisatorisches zu erledigen gab und der Überraschungseffekt
erhalten bleiben sollte. Schließlich standen Termin und Ort fest.
Zur Unterstützung der mitfahrenden Lehrkräfte wurden noch Eltern gesucht.
Zum
Teilnehmerkreis gehörten alle Kinder der Klassen 2a, 2b und 2c, 4
Lehrkräfte, 2 Mütter und 1 Vater. Da ein Bus für alle nicht ausgereicht
hätte, kam die 2c in den Genuss eines eigenen Busses mit einem luxuriösen
Platzangebot für alle.
Noch vor dem Mittagessen und dem Beziehen der Zimmer (die in weiser
Voraussicht der Lehrer bereits in der Woche zuvor eingeteilt wurden)
stand eine erste Erkundung der Umgebung auf dem Programm. Jetzt wurde
mir zum ersten Mal bewusst, dass das Hüten des sprichwörtlichen Sacks
Flöhe leichter ist als eine zweite Klasse zusammenzuhalten. Beim Mittagessen steigerten sich Mitteilungsbedürfnis und
Aufregung der Kinder dann zu einer Lautstärke, die an die Atmosphäre in einem Fußballstadion
während eines WM-Endspiels erinnerte (Die folgenden gemeinsamen Essen verliefen, dank der
geschickten Interventionen der Lehrerinnen, deutlich ruhiger). Nach dem Abendessen, das dank der Aussicht auf eine Belohnung deutlich ruhiger verlief als das Mittagessen, begannen die Vorbereitungen für die Nachtwanderung. Mit Stolz und Freude wurden die Taschenlampen ausgepackt und vorgeführt. Hier war von der Bergsteigerstirnlampe bis zum Halogenscheinwerfer, mit dem man das ganze Areal ausleuchten konnte, alles vertreten. Da hatten sich wohl einige Väter von ihren Spielzeugen trennen müssen. Durch das „Verkleiden“ der Taschenlampen mit buntem Papier entstand eine lustige bunte Lichterkette. Viele mutige Kinder wussten mit der Dunkelheit ganz professionell umzugehen: „Mit meiner Lampe leucht ich bis in den Himmel“. Ein paar ängstlichere mussten sich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Als endlich wieder alle im Haus waren, wartete die nächste Herausforderung für die Lehrerinnen und Begleit-Eltern: Wie sollte es gelingen, die Kinder ins Bett zu bringen? Mit einigen Büchern bepackt zogen die Lehrerinnen von Zimmer zu Zimmer und sorgten dafür, dass jedes Kind seine Gutenachtgeschichte hörte. Besondere Aufmerksamkeit brauchten die Kinder, die nun von der spontanen Heimweherkrankung befallen wurden. Irgendwann kehrte dann Ruhe im Haus ein. Der von den Jungen geplante und angekündigte Überfall auf die Mädchen blieb aus – wahrscheinlich wegen zu großer Müdigkeit. Die war bei einigen Kindern schon nach ein paar Stunden wieder verschwunden, so dass bereits um sechs Uhr morgens ein lebhaftes Treiben am Gang herrschte. Nach
dem Frühstück fand die Wanderung zur Isar statt. Dort wurden die kleinen
Korkenschiffe – meist schweren Herzens – auf zu Wasser gelassen. Die Zeit der Heimreise nahte. Da hieß es noch mit vereinten Kräften alles Gepäck möglichst wieder vollständig zusammenzupacken. Die Heimfahrt verlief ruhig, denn selbst die wildesten Kinder konnten jetzt ihre Müdigkeit nicht mehr verbergen.
Unterhaching im November 2001
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